Meeresleichen
In des Meeres schwarzen Tiefen
Viele alte Leichen siechen,
Drunten weit am fahlen Grund,
Wo das Leben ungesund,
Treiben sie zu hunderten,
Manch Leut' sich schon wunderten,
Was das alles sind für Blasen,
Die da aus den Tiefen rasen.
Und mit leisem feuchtem Knall
–Tropfen,Spritzer überall –
Zerplatzen sie am Tageslicht,
Weißer Schaum und grüne Gicht,
Gase von den alten Leichen
Die ans Tageslicht entweichen,
Die Umgebung vollzustinken
Und ins Wasser wieder sinken.
Und kommt dann einst der jüngste Tag
Kaum einer wohl dran glauben mag:
Welch ein Kreuchen, welch ein Triefen,
All die faulen Leichen kriechen
Stinkend, sabbern an das Land,
Welches scheint so unbekannt.
Diese faule weite Welt
Nicht mal ihnen sehr gefällt.
Drum machen sie die Augen zu
Und währen fort in seel'ger Ruh.
