Ich hab es getan: Ich bin umgestiegen!

Ich fotografiere mit Spiegelreflexkameras. Seit Jahren, seitdem nach den ersten Digitalkameras auch Spiegelreflexkameras erschwinglich wurden. Mein fotografisches Leben begann mit einer Taschenknipse mit Film, dann folgte eine analoge Canon EOS D60. Digital wurde es später mit einer kleinen Sony, danach hatte ich eine Bridge-Kamera von Fuji und schließlich wieder eine Spiegelreflex, eine EOS 350D, die irgendwann durch eine 60D ersetzt wurde. Mit dabei ein Universalzoom, 60mm, 50mm, 70-200mm, und ein Superweitwinkel. Ebenso Blitze, Softbox und Reflektor und Stativ.

Ok, dass ich das 10-20mm und das 70-200mm nur zu besonderen Gelegenheiten nutzen würde, war fast schon vorher klar, ebenso das Lichtzubehör. Aber es blieben immer noch drei Objektive in der engeren Auswahl, wenn es um die Planung des nächsten Urlaubs ging. Und gerade im Urlaub wäre das 70-200mm dann doch auch schön, um Entferntes heranzuholen.

Was blieb war in der Regel das 17-85mm Universalzoom und eine Festbrennweite, die dann doch im Hotelzimmer blieb. Body und Zoom wiegen immer noch 1,3 kg, was sich nach einem Tag zu Fuß schon bemerkbar macht. Hinzu kommt der Platzbedarf im Rucksack.

Ungefähr als Olympus vor einigen Jahren mit der O-MD E-M10 eine sehr ansehnliche und vor allem kleine Kamera herausbrachte und im Olympus Photography Playground die Möglichkeit bot, diese ausgiebig zu testen, begann ich zu überlegen, ob das nicht doch praktischer wäre, als die große Spiegelreflex. Beim Playground war ich dann aber doch nicht — die Schlange war zu lang.

Bislang hatten mich die Nachteile des kleinen Sensor, das mir unsympathische 4:3-Format und der Preis abgehalten. Doch nach einigen Tagen in Hamburg, in denen sich wieder zeigte, wie unpraktisch die große Kamera war, begann ich mich intensiver zu  informieren. Sehr günstig war die aktuelle O-MD E-M10 II zwar immer noch nicht, der Name ist viel zu umständlich und in Sachen Sensorgröße und Freistellung blieben die Nachteile bestehen. Der elektronische Sucher wiederum schreckte mich nicht ab, das kannte ich von der Bridgekamera und der Vorteil ist ja, dass Gitternetzlinien und andere Informationen viel leichter direkt im Sucher angezeigt werden können. Aber wenn jemand wie Paddy von neunzehn72.de so begeistert ist und den Sprung zur kleineren Kamera wagt, dann kann das so verkehrt ja nicht sein. Und gut sieht sie halt auch aus.

Olympus Om-D E-M10 II

Olympus Om-D E-M10 II

Inzwischen habe ich die Kamera bei einem Urlaub in Frankreich und davor und danach hier in der Stadt sehr ausgiebig benutzt. Ja, die etwas höhere Schärfentiefe und damit geringe Freistellung stört manchmal schon, ich mag nun mal unscharfe Hintergründe. Aber die gibt es ja trotzdem, und das Quentchen, das vielleicht mal fehlt, gilt es auf andere Weise zu kompensieren. Bildaufbau und Spannung sind viel wichtiger. Genauso wichtig ist aber auch, dass ich nun eine Kamera habe, die ich tatsächlich öfter dabei habe und bei der es auch nicht stört, noch ein weiteres der winzigen Objektive mitzunehmen, da sie trotzdem immer noch weniger wiegt und weniger Platz einnimmt, als die Canon. Unauffälliger ist sie auch, man hat nicht mehr diesen riesen Klotz vor dem Gesicht und relativ oft schaue ich sogar nur auf das Display anstatt durch den Sucher.

Was aufgrund der Größe etwas störend ist, ist der fast fehlende Griff, der zum Glück durch einen (nicht gerade günstigen) anschraubbaren Vorsatz auf halbwegs normale Handgröße gepimpt werden kann.

Objektive gibt es für das Micro Four Thirds System genug, vom super flachen Pancake, mit dem die Kamera fast in die Jackentasche passt, über diverse Festbrennweiten bis zum 800,- Euro teuren 12-40mm-Zoom, das dann doch wieder größer und schwerer ist, aber in Sachen Qualität tatsächlich alle anderen ersetzt, sofern einem die durchgehende Blende von 2.8 genügt. Die Kamera ist damit immer noch leichter als die Canon.

Sehr praktisch ist auch die Wifi-Anbindung ans Handy oder Tablet — Bilder übertragen oder die Kamera ferngesteuer auslösen mit Live-View, das ist oft genau das Stück Technik, das im Alltag schnell zur Gewohnheit wird, sei es für Selfies oder den schnellen Upload der Bilder übers Handy.

Fazit: Ich bin also sehr glücklich über den Wechsel. Eine sehr wertige Kamera, endlich in einer handlichen Größe.

Die Fotos wurden übrigens mit einem Samsung Galaxy S5 Neo aufgenommen. Die Kamera, die ich tatsächlich immer in der Hosentasche habe.

Canon EOS 60D neben Olympus O-MD E-M10 II – die Systemkamera ist deutlich kleiner.

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